- Blogger,Twitter und die Nacktscanner

Ich gebe zu ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Eine Angestellte einer Bar blogt darüber, dass der Verteidigungsminister ihres Landes in “ihrer” Bar war und gibt auch gleich ein Bild dazu. Tage darauf kam ein Anruf vom Ministerium und sie verlor ihren Job in dieser Bar.
Aufregung herrscht in der Bloggerszene dieses Landes. Wie kann man nur! Es gibt doch Meinungsfreiheit! Zensur!
Ich bin ganz ehrlich: Ich hätt sie auch gefeuert deswegen.
1. Ist eine Bar ein Arbeitsort - wer in einem Betrieb ein und aus geht, geht “das WWW” einfach nichts an.
2. Gibt es das Recht auf Privatheit.
3. Erwarte ich von einem Barangestellten, dass er diskret ist.
Die deutsche Regierung hat die Nacktscanner noch nicht ad Acta gelegt. Klar, die Industrie hinter den Nacktscannern mag verdienen. Zu recht werden diese Dinger als totalen Eingriff in die Integrität eines jeden verstanden.
Nacktscanner nein, aber Blogger dürfen alles.
Eine Frau regt sich via Twitter über eine diskriminierende Werbung auf. Blogeinträge und Video auf der bekannten Plattform folgen. Die Firma entschuldigt sich und löscht diese Werbung.
Ein tolles Beispiel wie man das Web 2.0 nutzen kann, um seine Meinung zu sagen und Veränderungen hervorzurufen.
Jedem sollte aber klar sein: Weder Blogeinträge noch Twitter ist privat. Schreibe ich da was kann es wirklich jeder lesen. Auch wenn ich glaube, ich erzähl es ja nur meinen Freunden.
Der Stammtisch beim Wirt ums Eck- so es diesen noch gibt- ist klein, da kann ich erzählen, dass der Verteidigungsminister da war. Ein Blogeintrag darüber zeugt vom fehlenden Taktgefühl und fehlender Verantwortung.
Quellen:
- Techcrunch: When everyone is a blogger, nothing you can say is off the record.
- Basic Robert: Wie modernes Kundenmarketing funktioniert.